1. FC Köln | 1. Bundesliga

Top-Elf-Prog­no­se: 1. FC Köln im Check

31.07.2026 - 11:18 Uhr Gemeldet von: Kristian Dordevic | Autor: Kristian Dordevic

In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf den 1. FC Köln. Für René Wagner ist es die erste komplette Saisonvorbereitung als Cheftrainer der Geißböcke, nachdem er Ende März zunächst interimsweise übernommen und anschließend dauerhaft befördert wurde. Nun bietet sich erstmals die Gelegenheit, seine Spielidee über mehrere Wochen hinweg zu verankern und der Mannschaft seinen Stempel aufzudrücken.

Aktuell rechnen wir damit, dass Wagner zunächst auf eine Viererkette setzt. Die von ihm bevorzugte, intensive und laufstarke Spielweise lässt sich in diesem System nach unserer Einschätzung am besten umsetzen. Gleichzeitig bietet der Kader genügend Qualität, um situativ auch auf eine Dreierkette umzustellen. Gerade mit Rav van den Berg, Luka Lochoshvili, Jahmai Simpson-Pusey und Joël Schmied stünde das passende Personal für eine solche Variante bereit, während das Mittelfeldzentrum nach dem Abgang von Eric Martel eine größere Umstrukturierung erlebt. Unsere Prognose basiert derzeit jedoch auf einem 4-2-3-1.

Torwart: Der Kapitän bleibt die Nummer eins


Top-Elf: Marvin Schwäbe (31)
Trotz latenter Spekulationen um seine Zukunft bleibt Schwäbe die klare Nummer eins des FC. Sein Vertrag läuft zwar nur noch ein Jahr, wodurch Verkaufsgedanken grundsätzlich nachvollziehbar erscheinen. Sportlich überwiegt sein Wert für die Mannschaft allerdings deutlich. Der Schlussmann ist nicht nur ein verlässlicher Rückhalt, sondern seit dem vergangenen Sommer auch Mannschaftskapitän und einer der wichtigsten Führungsspieler innerhalb des Kaders.

Abwehr: Konkurrenzkämpfe auf mehreren Positionen


Rechter Außenverteidiger: Sebastian Sebulonsen (26) | Alternative: Alessio Castro-Montes (29)
Sebulonsen geht nach aktuellem Stand als erste Wahl auf der rechten Abwehrseite in die Saison. Der Norweger überzeugte bereits in der vergangenen Spielzeit mit seiner defensiven Stabilität und bringt genau das Profil mit, das auf der Rechtsverteidigerposition einer Viererkette gefragt ist.

Mit Alessio Castro-Montes verfügt Köln allerdings über einen Spieler, dessen Qualitäten in einer anderen Grundordnung noch besser zur Geltung kommen würden. Der Belgier fühlt sich insbesondere als Schienenspieler in einer Dreierkette wohl, wo er seine Offensivqualitäten deutlich häufiger einbringen kann. Sollte Wagner im Saisonverlauf häufiger auf dieses System setzen, hätte Castro-Montes beste Chancen auf einen Stammplatz. Für unsere aktuelle Viererketten-Prognose sehen wir jedoch Sebulonsen leicht vorne.

Rechter Innenverteidiger: Jahmai Simpson-Pusey (20)
Der Engländer wurde nach seiner Leihe fest verpflichtet und soll auch künftig eine tragende Rolle in der Kölner Defensive übernehmen. Trotz einiger Rückschläge in der vergangenen Saison – darunter eine Verletzung sowie eine Sperre – behauptete Simpson-Pusey dauerhaft seinen Platz in der Mannschaft.

Die Verantwortlichen trauen ihm den nächsten Entwicklungsschritt zu. Mit seiner Ruhe am Ball, seiner Athletik und seinem Entwicklungspotenzial dürfte er auch in der Bundesliga ein wichtiger Bestandteil der Viererkette bleiben.

Linker Innenverteidiger: Luka Lochoshvili (28) | Alternativen: Rav van den Berg (22), Joël Schmied (27)
Für Cenk Özkacar, dessen Kaufoption der FC nach der vergangenen Saison nicht zog, verpflichteten die Kölner Luka Lochoshvili vom 1. FC Nürnberg. Der Georgier bringt als Linksfuß genau das Profil mit, das im bisherigen Kader gefehlt hatte, und passt damit hervorragend neben Simpson-Pusey.

Besonders spannend bleibt allerdings das Duell mit Rav van den Berg. Der Niederländer konnte die hohen Erwartungen nach seinem Wechsel bislang noch nicht vollständig erfüllen, besitzt aufgrund seines Potenzials und der hohen Ablösesumme aber weiterhin einen hohen Stellenwert im Verein. Nach aktuellem Stand sehen wir Lochoshvili leicht vorne. Gleichzeitig könnte gerade eine mögliche Dreierkette dafür sorgen, dass beide gemeinsam neben Simpson-Pusey auflaufen. Auch Joël Schmied bleibt nach seiner Rückkehr eine interessante Alternative für die Innenverteidigung.

Linker Außenverteidiger: Gideon Mensah (28)
Nachdem sich Kristoffer Lund während seiner Leihe nicht nachhaltig empfehlen konnte und zu seinem Stammverein zurückgekehrt ist, hat der 1. FC Köln auf der linken Abwehrseite nachgelegt. Mit Gideon Mensah wurde der erwartete Neuzugang für diese Position verpflichtet. Der ghanaische Nationalspieler bringt die Qualitäten mit, um die vakante Rolle direkt zu übernehmen.

Mittelfeld: Die neue Zentrale nach dem Martel-Abgang


Defensives Mittelfeld: Ísak Jóhannesson (23)
Mit dem Abgang von Eric Martel hat Köln einen wichtigen Baustein im Zentrum verloren. Nach aktuellem Stand sehen wir einen Platz auf der Doppelsechs für Ísak Jóhannesson. Der Isländer bringt deutlich mehr offensive Elemente mit als der abgewanderte Leistungsträger und dürfte unter René Wagner eine wichtige Rolle im Ballbesitzspiel einnehmen.

Ein weiterer Neuzugang für das defensive Mittelfeld ist dennoch wahrscheinlich. Ob dieser allerdings direkt an Jóhannesson vorbeizieht, bleibt abzuwarten.

Defensives Mittelfeld: Neuzugang | Alternative: Tom Krauß (25)
Auf der Sechserposition hat der 1. FC Köln den dringendsten Handlungsbedarf ausgemacht und arbeitet intensiv an einer hochkarätigen Lösung. Zunächst schien es, als würde eine Rückkehr von Ellyes Skhiri konkrete Formen annehmen. Der Tenor ist jetzt jedoch ein anderer: Eine Verpflichtung könnte vom Tisch sein. Zuletzt kursierende Gerüchte um Mexikos WM-Kapitän Edson Álvarez (West Ham United) gerieten aufgrund immenser Gehaltsvorstellungen ebenso zur Wunschvorstellung und dienten im Hintergrund vor allem als Druckmittel im zähen Poker um den Tunesier.

Unabhängig davon haben die Geißböcke mit dem australischen WM-Teilnehmer Paul Okon-Engstler (21) für rund 1 Million Euro vom Sydney FC bereits perspektivisch nachgelegt. Das Talent unterschrieb bis 2030, soll behutsam an das Bundesliga-Niveau herangeführt werden und verleiht der Kölner Zentrale wertvolle Tiefe.

Aus dem aktuellen Kader bleibt Tom Krauß, der nach seiner Leihe fest verpflichtet wurde. Er bringt von allen vorhandenen Mittelfeldspielern noch am ehesten das Profil mit, das Eric Martel zuletzt ausfüllte. Seine Aggressivität gegen den Ball, seine Mentalität und seine Laufstärke machen ihn zu einem wichtigen Bestandteil der Kölner Zentrale.

Offensives Mittelfeld: Neuzugang
Im offensiven Mittelfeld klafft nach dem Abgang von Jakub Kamiński zu Benfica Lissabon eine große Lücke. Der 1. FC Köln wird auf dieser Position definitiv noch einen neuen Spieler mit Stammelfpotenzial verpflichten müssen.

Angriff: Noch mehrere offene Baustellen


Rechter Flügel: Neuzugang | Alternativen: Rav van den Berg (22), Joël Schmied (27), Jan Thielmann (24)
Auf der rechten Außenbahn sehen wir weiterhin großen Handlungsbedarf innerhalb der Offensive. Jan Thielmann wartet trotz seines unbestrittenen Potenzials noch immer auf den endgültigen Durchbruch. Drei Tore und zwei Vorlagen in der vergangenen Bundesliga-Saison unterstreichen, dass der Ertrag bislang hinter den Erwartungen zurückblieb.

Nach aktuellem Stand rechnen wir deshalb mit einem externen Neuzugang für diese Position. Bei einer Umstellung auf die Dreierkette würden van den Berg oder Schmied in die Innenverteidigung rücken und Sebulonsen oder Castro-Montes rechts offensiver agieren. Thielmann bleibt aufgrund seiner Vielseitigkeit und seiner Identifikation mit dem Verein eine wichtige Alternative, dürfte sich seinen Stammplatz allerdings zunächst neu erarbeiten müssen.

Linker Flügel: Said El Mala (19) | Alternative: Neuzugang
In der Personalie Said El Mala bleibt einiges ungewiss. Der Verein will einen Transfer des Offensivspielers nicht forcieren und fährt für eine mögliche Freigabe einen harten Kurs. Ein Abschied im weiteren Verlauf des Transferfensters hat sich nicht erledigt, dafür müsste jedoch ein Spitzenklub die hohe Ablöseforderung des FC erfüllen. Das zeigt sich im Fall Borussia Dortmund: Eine gebotene Ablöse von 34 Millionen Euro (plus Boni) reicht Köln nicht. Auch wenn El Mala von einem BVB-Wechsel angetan sein soll, stellt sich nun die Frage, ob die Schwarz-Gelben so viel draufpacken, dass ein Wechsel doch Realität wird.

Stand jetzt behalten wir El Mala in der Topelf deshalb noch vorne. Die Lage kann sich im Laufe des nächsten Monats aber auch schnell in eine andere Richtung entwickeln. Köln würde den Verlust dann mit einem Neuzugang kompensieren.

Stürmer: Ragnar Ache (28)
Im Sturmzentrum herrscht dagegen Klarheit. Ragnar Ache etablierte sich nach seinem Wechsel schnell als wichtigste Anspielstation der Kölner Offensive und überzeugte nicht nur mit seinen Toren, sondern auch durch seine intensive Arbeit gegen den Ball.

Gerade Wagners laufintensive Spielweise dürfte dem Mittelstürmer entgegenkommen. Mit seiner Physis, seiner Tiefengefahr und seinem hohen Arbeitspensum sehen wir Ache weiterhin als unumstrittenen Stammspieler im Angriffszentrum.

Fazit


Mit René Wagner beginnt beim 1. FC Köln ein neues Kapitel. Erstmals erhält der Cheftrainer die Möglichkeit, seine Vorstellungen während einer kompletten Sommervorbereitung einzustudieren. Aktuell gehen wir davon aus, dass die Geißböcke zunächst in einem 4-2-3-1 in die Saison starten. Die intensive Spielweise des Trainers scheint sich in dieser Grundordnung am besten umsetzen zu lassen.

Dennoch bleibt die Dreierkette eine realistische Alternative. Mit Lochoshvili, Simpson-Pusey und van den Berg verfügt Köln über drei vielversprechende Innenverteidiger, die gemeinsam auflaufen könnten. In diesem Szenario würde insbesondere Castro-Montes als rechter Schienenspieler deutlich an Bedeutung gewinnen.

Das Grundgerüst der Mannschaft wirkt stabil. Mit Schwäbe, Simpson-Pusey, Lochoshvili, Jóhannesson und Ache verfügt Köln über eine starke zentrale Achse, auf der Wagner aufbauen kann. Entscheidend wird nun sein, wie die Verantwortlichen die offenen Positionen in der Offensive in den kommenden Wochen besetzen und wie schnell sich die Neuzugänge in das neue System integrieren. Ein Abgang von El Mala ist zudem weiterhin nicht ausgeschlossen.

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Quelle: LigaInsider