Der 1. FSV Mainz 05 konnte sich im Duell mit der Überraschungsmannschaft der 2. Bundesliga, Holstein Kiel, knapp durchsetzen und steht nun im Achtelfinale des DFB-Pokals. Die Rheinhessen gewannen zuhause erst in der Verlängerung mit 3:2.
Im Vergleich zur Auswärtsniederlage auf Schalke am vergangenen Freitag tauschte Coach Sandro Schwarz fünfmal, veränderte dabei vor allem seine Offensive. Fabian Frei, Suat Serdar, Alexandru Maxim, Viktor Fischer und Kenan Kodro spielten von Beginn an, raus rotierten Abdou Diallo, Danny Latza, Pablo de Blasis, Yoshinori Muto und der verletzte Leon Balogun.
Die erste Viertelstunde gestaltete sich ausgeglichen, beide Mannschaften agierten mit intensivem Pressing, Kiel zeigte sich durchaus auf Augenhöhe. Wirkliche Chancen blieben jedoch vorerst aus.
Mainz konnte dann aber die erste Gelegenheit des Spiels direkt verwerten. Eine flache Flanke von Daniel Brosinski von der linken Seite konnte Viktor Fischer verwerten - Kiels Schlussmann Kenneth Kronholm war beim Abschluss ins kurze Eck machtlos (23.). Für den Dänen war es das erste Pflichtspieltor im Dress der Nullfünfer.
In der 29. Minute konnte auch Holstein Kiel erstmals offensiv nachdrücklich auf sich aufmerksam machen. Einen abgefälschten Schuss von Kingsley Schindler lenkte René Adler gerade so noch über die Latte.
Nach einem schönen Steilpass von Jean-Philippe Gbamin bot sich für Viktor Fischer zudem die Chance auf den Doppelpack, vor Keeper Kronholm war der 23-Jährige jedoch nicht zielstrebig genug und scheiterte mit einem schwachen Abschluss (34.). Im Gegenzug zielte Marvin Ducksch frei vor Adler deutlich zu hoch (36.).
In der darauffolgenden Minute parierte der ehemalige Hamburger stark gegen Ducksch im Eins-gegen-eins, verletzte sich dabei aber am Oberschenkel und musste ausgewechselt werden. Robin Zentner kam für ihn ins Spiel, der 22-Jährige stand in den vergangenen beiden Jahren leihweise bei den Kielern unter Vertrag.
Kurz vor der Halbzeit folgte noch eine kuriose Szene: Torhüter Kronholm unterlief ein Stockfehler bei einem Rückpass und ließ den Ball fast ins eigene Tor durchrutschen. Nur der Pfosten rettete vor dem 2:0-Rückstand (41.). So blieb es beim knappen Vorsprung des Erstligisten zur Pause.
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— 1. FSV Mainz 05 (@1FSVMainz05) 24. Oktober 2017
Kiel kam besser aus der Pause und belohnte sich prompt: Kingsley Schindler dringt in den Strafraum ein und wird von Jean-Philippe Gbamin zu Fall gebracht, Schiedsrichter Daniel Schlager zeigt auf den Punkt. Der Gefoulte verwandelt selbst in die linke untere Ecke zum Ausgleich für die Störche (54.).
Der Zweitligist steigerte sich und bereitete Mainz immer mehr Probleme. Es waren aber wieder die Nullfünfer, die das Tor machten, erneut in Person von Viktor Fischer. Der Däne verwertete aus kurzer Distanz nach einem guten Dribbling von Levin Öztunali auf der linken Seite (67.).
Doch eine Viertelstunde vor dem Ende kamen die Kieler abermals zurück. Ersatzkeeper Robin Zentner ließ einen Schuss des eingewechselten ehemaligen Mainzers Aaron Seydel abprallen, fällte dann den anstürmenden Dominick Drexler – es gab erneut Strafstoß. Wieder schnappte sich mit Drexler der Gefoulte den Ball und vollstreckte zielgenau rechts unten zum erneuten Ausgleich.
In der Schlussphase hatten die Norddeutschen sogar den Führungstreffer auf dem Fuß. Nach gutem Pass von Aaron Seydel scheiterte Steven Lewerenz an dem jungen Mainzer Keeper Zentner im Eins-gegen-eins (82.). So blieb es letztendlich beim 2:2 in der regulären Spielzeit, der Erstligist musste Überstunden schieben.
Nach 90 Minuten steht es zwischen #Mainz05 und @Holstein_Kiel 2:2. Es geht in die Verlängerung! #M05KSV #DFBPokal pic.twitter.com/RpSVuh2spB
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Schien es in den ersten Minuten der Verlängerung erst eher in Richtung der Mainzer zu gehen, gehörte die erste Großchance doch den Kielern. Diesmal konnte Zentner gegen den auffälligen Seydel parieren (95.). In der 99. Minute scheiterte zudem David Kinsombi aus knapp drei Metern ebenfalls an Zentner.
Es kam aber erneut wie schon in der regulären Spielzeit, Mainz ging ein drittes Mal in Führung. Ein perfekt getretener Freistoß von Daniel Brosinski aus rund 20 Metern schlug im Winkel ein (101.).
Chancen zur endgültigen Entscheidung ließ vor allem Kenan Kodro zum Ende der ersten Halbzeit und Beginn der zweiten Halbzeit der Verlängerung liegen. Auch in der 119. Minute scheiterte der bosnische Nationalspieler, dieses Mal an Kronholm, so blieb es schließlich beim 3:2 für den Bundesligisten.