Lange hat der Verband um ihn geworben, nun gab es positive Rückmeldung: Leon Bailey wird fortan das Trikot seines Heimatlands Jamaika überstreifen und die Mittelamerikaner auf internationaler Bühne vertreten.
Nach seinem Durchbruch bei der Werkself kamen – auch befeuert durch Aussagen seines Stiefvaters Craig Butler – länderübergreifend Spekulationen auf, für welche Nation der Offensivallrounder auflaufen werde und könne. Als mögliche Länder wurden neben Jamaika auch Deutschland, England, Belgien und Malta gehandelt, obwohl Bailey für die vier letztgenannten gar nicht spielberechtigt wäre.
Speziell die Gerüchte um England als Option hielten sich hartnäckig, doch das Regelwerk des englischen Verbands schließt die Möglichkeit ganz klar aus. Zwar besitzen zwei von Baileys Großeltern die englische Staatsbürgerschaft, doch zur Förderung des eigenen Nachwuchses hatte die FA im Zusammenschluss mit den anderen Ländern aus dem Vereinigten Königreich vor Jahren festgelegt, dass nur nachträglich eingebürgerte Akteure spielberechtigt sind, deren Eltern oder Großeltern in dem betroffenen Land geboren wurden. Dies trifft nicht auf Bailey zu.
Die weiteren Länder hätten nur zu einer Option werden können, wenn Bailey dort die Staatsbürgerschaft zugeteilt worden wäre. Zur Beantragung dieser hätte er in Belgien und Malta mindestens fünf Jahre seinen Lebensmittelpunkt gehabt haben müssen, in Deutschland sogar acht Jahre.
Sollte Bailey im anstehenden Länderspiel zum Einsatz kommen, wäre er fest an Jamaika gebunden. Das Team von Trainer Theodore Whitmore spielt im Rahmen der Qualifikation für die CONCACAF Nations League am 15. Oktober (Anpfiff 4:00 Uhr) auswärts gegen die Auswahl von Bonaire. Im ersten Spiel gelang ein 4:0-Erfolg über die Cayman Islands.

"Unehrenhafter Söldner", "seinem Land etwas zurückgeben", wenn ich sowas schon lese, da kringel ich mich vor Lachen. :D
@Dinho: Diese Jungs verdienen ihr Geld mit dem Fußball, das ist ihr Beruf. Woher kommt diese Vorstellung, dass sich jemand für "sein Land" zerreißen muss? Die Verbände können froh sein, dass die Spieler für sie spielen, obwohl sie nicht der Arbeitgeber sind. Bailey hat sich jetzt sogar dafür entschieden (aus welchen Gründen auch immer), für ein Land zu spielen, zu dem man one-way 14 Stunden unterwegs ist. Das sind riesige Strapazen für einen Verband, der international keine Rolle spielt.
Aus Sicht eines Nutzenmaximierers ist es im Fußball nur sinnvoll, für einen Verband anzutreten, der internationalen Erfolg hat, um den eigenen Werbe- und damit Marktwert zu erhöhen. Alles andere geschieht wohl aufgrund des Regelwerks (siehe Ribery vs. Platini damals) und bei manchen vielleicht tatsächlich aus Verbundenheit bzw. emotionaler Bindung usw.
Ich sehe das so: Die Verbände tragen null Risiko, die Vereine alles. Länderspiele bedeuten eine klare Zusatzbelastung für die Spieler und damit auch ihre Arbeitgeber, die Vereine, weil sich durch Mehrbelastung natürlich das Risiko erhöht, dass sich ihre Mitarbeiter verletzen. Spieler sind natürlich in erster Linie Menschen, in zweiter Linie aber Kapitalanlagen bzw. Investments.
Beispiel: Ein Verein will Spieler X im Sommer gewinnbringend verkaufen. Im selben Sommer findet ein Großturnier statt, an dem Spieler X für seinen Verband teilnimmt. Bei diesem Großturnier verletzt sich Spieler X schwer und alle Interessenten springen entweder ab oder machen deutlich geringere Kaufangebote. Dann sagt der Verband "deal with it", der Verein steht eventuell mit entgangenen Einnahmen im Millionenbereich da und muss die Planungen für die neue Saison anpassen.
Jetzt stell dir mal vor, der Verein wäre Gladbach, dann würde dich das sicher auch ärgern.
Nach seiner fabelhaften Hinrunde letztes Jahr leider komplett abgehoben. Mittlerweile wie Tah, Brandt & Co. nach ihren „wir können um den Titel mitspielen“ Aussagen auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt. Für Bailey heißt dieser: du bist nicht gut genug für andere Nationalmannschaften, sodass diese sich ein Bein ausreißen würden um Dich einzubürgern. Daher blieb für ihn nur noch Jamaika. Leider anscheinend den Charakter von seinem Stiefvater geerbt...
Traurige Posse. Es gibt für mich keine kräftigere Aussage, ein unehrenhafter Söldner zu sein, als das Geschacher bei welchem Verband man wohl den meisten Erfolg haben kann.
Keine echte Verstärkung für?
In der aktuellen Form keine echte Verstärkung leider. Hoffe er spielt unter Hasenhüttl in ein paar Wochen wieder groß auf.