RB Leipzig | 1. Bundesliga

Top-Elf-Prog­no­se: RB Leipzig im Check

03.08.2026 - 16:40 Uhr Gemeldet von: Bennet Stark | Autor: LigaInsider

In diesem Top-Elf-Check richten wir den Fokus auf RB Leipzig. Mit Martín Demichelis beginnt eine neue Ära. Der Argentinier hat die Nachfolge von Ole Werner angetreten und soll den Bundesligisten mit seiner klaren Spielidee weiterentwickeln. Der 45-Jährige steht für intensiven, mutigen Fußball mit hohem Gegenpressing, schnellen Umschaltmomenten und einer konsequenten Förderung junger Spieler – Eigenschaften, die hervorragend zu den Leipzigern passen.
 
Auch personell wird sich bis zum Ende des Transferfensters noch einiges tun. Mit Castello Lukeba und Yan Diomande stehen zwei Leistungsträger im Fokus anderer Klubs. Zumindest dass Diomande den Klub verlässt, ist so gut wie sicher. Gleichzeitig dürfte RB noch einmal gezielt auf dem Transfermarkt nachlegen. Mit Maxime Estève wurde hier bereits eine erste Verstärkung für die Abwehr an Land gezogen.
 
Auch wenn in den kommenden Wochen noch Bewegung in den Kader kommen dürfte, lautet unser Ansatz wie gewohnt: Wie sieht die stärkste Leipziger Elf aus, die aktuell in einem Topspiel zu erwarten wäre?

Torwart: Der Generationenwechsel ist vollzogen


Top-Elf: Maarten Vandevoordt (24)
Nach längerem Anlauf schafft der Belgier nun endgültig den Sprung zur unumstrittenen Nummer eins. Veteran Péter Gulácsi hatte seinen Stammplatz verletzungsbedingt bereits in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison an Vandevoordt verloren. Der Routinier wird den Verein verlassen.

Abwehr: Umbruch auf den Innenbahnen droht


Rechter Außenverteidiger: Ridle Baku (28)
Baku ist der gesetzte Mann auf der rechten Abwehrseite. Auch wenn es im Laufe der Saison aufgrund der Dreifachbelastung sicherlich zur Rotation kommen wird, hat Baku eine starke Spielzeit hinter sich – was nicht zuletzt an der hervorragenden Kombination mit seinem Vordermann Yan Diomande lag.

Rechter Innenverteidiger: Willi Orbán (33) | Alternative: Abdoul Koné (21)
Der Dauerbrenner und Abwehrchef der letzten Jahre steht vor einer echten Reifeprüfung. Orbán ist defensiv eigentlich immer gesetzt und kaum verletzt, doch der Druck wächst. Mit dem hochtalentierten Rechtsfuß Koné scharrt ein 17-Millionen-Winterneuzugang mit den Hufen, der in der Rückrunde per Leihe bei Stade Reims eine sehr gute Saison in der Ligue 2 spielte. Da Orbán die Kapitänsbinde abgegeben hat und seine Belastungssteuerung zunehmend in den Fokus rückt, wird Koné mächtig Druck machen. Ein Angebot für Orbán aus Saudi-Arabien soll Leipzig im letzten Moment abgelehnt haben, da sich Koné an der Schulter verletzt hat.

Linker Innenverteidiger: Maxime Estève (24) | Alternative: Castello Lukeba (23)
Mit Maxime Estève hat RB Leipzig inzwischen den erwarteten Nachfolger für einen möglichen Abgang von Castello Lukeba verpflichtet. Der Franzose kommt für ein Gesamtpaket von rund 32 Millionen Euro inklusive Boni vom Burnley FC und bringt genau das Profil mit, das sich die Leipziger für die linke Innenverteidigerposition wünschen. Lukeba wäre sportlich zwar weiterhin die naheliegende Stammkraft, wir rechnen in diesem Sommer jedoch weiterhin mit einem Wechsel des 23-Jährigen zu einem europäischen Top-Klub.

Durch die Verpflichtung von Estève ist RB auf dieses Szenario nun bestens vorbereitet. Sollte Lukeba wider Erwarten bleiben, dürfte sich zwischen beiden ein hochklassiger Konkurrenzkampf entwickeln. In den Testspielen liefen sie auch schon gemeinsam in der Innenverteidigung auf.

Linker Außenverteidiger: David Raum (28)
Solange sich kein Transfer abzeichnet, bleibt Raum auf der linken Seite unangefochten. Er hat extrem stark performt, wollte einen Vereinswechsel in den letzten Monaten jedoch nicht klar ausschließen. Bei der WM hat er seinen Stammplatz an Nathaniel Brown verloren, wodurch das Interesse anderer Vereine inzwischen etwas abgeflacht sein dürfte. RB strebt weiterhin eine Vertragsverlängerung an.

Mittelfeld: Hohe Qualität mit kleinen Fragezeichen


Defensives Mittelfeld: Nicolas Seiwald (25)
Der Österreicher ist auf der Sechs der absolute Fixpunkt. Ex-Trainer Werner lobte ihn bereits im Februar für „absolute Top-Werte in der Liga“, seine Griffigkeit in den Zweikämpfen und seine Fähigkeit, Räume zuzulaufen. Ein Abgang des Sechsers ist aktuell kein Thema.

Zentrales Mittelfeld: Assan Ouédraogo (20) | Alternativen: Rocco Reitz (24), Conrad Harder (21)
Das Juwel Ouédraogo besitzt eine enorme Qualität und ist, wenn er fit ist, für die Startelf gesetzt. Das Problem: Seine Fitness war in der Vergangenheit oft seine Achillesferse. Genau deshalb haben die Leipziger mit Reitz einen starken Neuzugang aus Gladbach verpflichtet, der parat steht, sollte Ouédraogos Verletzungsanfälligkeit wieder zum Thema werden. Auch eine Doppelspitze mit Harder ist möglich, wodurch ein Achter weichen müsste.

Zentrales Mittelfeld: Christoph Baumgartner (27) | Alternative: Conrad Harder (21)
Baumgartner blickt auf seine bisher beste Bundesliga-Saison zurück. Bitter für ihn: Wegen einer Oberschenkelverletzung verpasste er die Chance, sich bei der WM für Österreich zu präsentieren – sogar einer Operation musste er sich unterziehen, weshalb auch der Saisonstart in Gefahr ist. Nichtsdestotrotz wird er im linken Halbraum absolut gesetzt sein. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie schnell er nach seiner Verletzung und unter dem neuen Trainer Demichelis wieder an seine Topform anknüpfen kann.

Harder listen wir an dieser Stelle bewusst als Alternative, da Demichelis je nach Gegner auch mit einer Doppelspitze agieren könnte. Rückt der Däne neben einen Mittelstürmer in die Anfangsformation, würde dafür einer der beiden Achter – Baumgartner oder Ouédraogo – aus der Startelf rotieren.

Angriff: Umbruch auf den Flügeln und im Sturm


Rechtsaußen: Brajan Gruda (22) | Alternative: Neuzugang
Im vergangenen Sommer für 20 Millionen Euro vom CD Leganés gekommen, schlug Diomande ein wie eine Bombe und wurde zum Shootingstar. Der Wechsel des 19-Jährigen zu Real Madrid ist inzwischen so gut wie sicher und spült dem Vernehmen nach eine Summe jenseits der 100-Millionen-Marke in die Leipziger Kassen. Auch wenn Diomande essenziell für das System war, müssen die Sachsen seinen Abgang nun baldmöglichst auffangen.

Mit Brajan Gruda steht der erste wichtige Baustein für die Offensive bereits fest: Der Offensivspieler wird auch in der Saison 2026/27 für RB Leipzig auflaufen. Laut einem Bericht des kicker enthält seine Leihe eine Kaufpflicht, die an eine leicht zu erreichende Anzahl an Einsätzen über beide Saisonhälften geknüpft ist. Das Gesamtpaket des Deals soll sich auf rund 30 Millionen Euro belaufen.

Nach dem absehbaren Diomande-Abgang wird RB Leipzig allerdings noch einen weiteren Neuzugang als hochkarätige Alternative und Konkurrenten zu Gruda, der auch als Zehner zentral spielen kann, auf dem rechten Flügel verpflichten müssen. Dahinter verfügt RB mit Johan Bakayoko weiterhin über eine zusätzliche Option für die Außenbahn, die im vergangenen Sommer für 18 Millionen Euro geholt wurde.

Linksaußen: Antonio Nusa (21)
Kam 2024 für 21 Millionen Euro und hat eine gute Saison hinter sich. Zwar liest sich der reine Ertrag mit vier Toren und vier Vorlagen in 31 Spielen noch ausbaufähig, doch Werner schätzte den Norweger extrem. Nusa ist als Ballschlepper auf einem Niveau mit Diomande. Wenn er an seiner Effizienz arbeitet, steckt hier Weltklasse-Potenzial drin. Er ist gesetzt – es sei denn, die WM hat noch ganz finanzstarke Interessenten angelockt. Berichtet wird von mehreren Interessenten aus England, Spanien und Italien.

Stürmer: Neuzugang | Alternative: Rômulo (24)
Im Sturmzentrum erwarten wir inzwischen einen externen Neuzugang. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge verdichteten sich die Hinweise auf einen Wechsel von Fisnik Asllani nach Leipzig zuletzt. Deshalb sehen wir einen Neuzugang aktuell vor Rômulo in der Top-Elf. Der Brasilianer bleibt dennoch eine starke Alternative. In der vergangenen Bundesligasaison kam er auf neun Tore und sechs Vorlagen, ließ mit 22 vergebenen Großchancen allerdings auch ligaweit die meisten Chancen liegen und blieb deutlich unter seinem xG-Wert. Seine enorme Laufarbeit und sein Gespür für Räume machen ihn für das Leipziger Spiel trotzdem wertvoll.

Fazit


Das Fazit für die kommende Spielzeit fällt bei den Roten Bullen unterm Strich sehr positiv aus: Bleiben die Schlüsselspieler verletzungsfrei, steht am Cottaweg bereits ein extrem starkes und wettbewerbsfähiges Fundament.

In der Defensive passt das Gerüst weitgehend zusammen. Mit Estève wurde der erwartete Nachfolger für einen möglichen Lukeba-Abgang bereits verpflichtet, sodass RB auf dieses Szenario bestens vorbereitet ist. Bleibt Lukeba wider Erwarten doch in Leipzig, verfügt Demichelis sogar über mindestens zwei Innenverteidiger mit absolutem Startelfformat. Dahinter ist für gesunden Konkurrenzdruck gesorgt, da Orbán im Abwehrzentrum zusätzlich vom jungen Koné herausgefordert wird. Das Mittelfeld präsentiert sich ebenfalls bestens aufgestellt und hat durch den Reitz-Transfer im Vergleich zum Vorjahr noch einmal spürbar an Tiefe gewonnen.

Richtig spannend bleibt das Transferfenster vor allem im Angriff: Der Wechsel von Diomande zu Real Madrid ist so gut wie sicher und hinterlässt trotz der Rekord-Ablöse eine sportliche Lücke. Während Brajan Gruda als ein wichtiger Baustein für die Außenbahn feststeht, werden die Leipziger noch einen weiteren Neuzugang für den Flügel verpflichten müssen. Parallel dazu verdichten sich im Sturmzentrum die Anzeichen für einen Transfer von Fisnik Asllani. Rômulo würde dadurch in die Herausforderer-Rolle rücken, während Conrad Harder Demichelis wertvolle taktische Flexibilität für eine potenzielle Doppelspitze verleiht.

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Quelle: LigaInsider